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Der EU-Emissionshandel

Um die wirtschaftlichen Kosten der im Rahmen des Kyoto-Protokolls eingegangenen Verpflichtungen so niedrig wie möglich zu halten, haben die EU-Mitgliedstaaten beschlossen, einen Binnenmarkt zu schaffen, in dem Unternehmen mit Emissionszertifikaten, welche zum Ausstoss von CO2 berechtigen, handeln können. Emissionshandel soll den Klimaschutzbemühungen einen zusätzlichen Wachstumsschub verleihen, sie effizienter gestalten und deren Kosten optimieren. Dahinter steht der Gedanke, unserer Atmosphäre einen monetären Wert zu geben.
 
Das EU-Emissionshandelssystems (EU-ETS) erfasst etwa 12.000 energieintensive Industrieanlagen, welche innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums (EU-27 sowie Island, Liechtenstein und Norwegen) Emissionszertifikate erwerben und verkaufen können. Das jährliche Marktvolumen beträgt über 2 Mrd. Emissionszertifikate. Diese Zertifikate decken über 40% der Kohlendioxidemissionen im EWR ab. Zu den Industrien, die das System abdeckt, zählen: Energiegewinnung, Eisen und Stahl, Glas, Zement, Keramik und Ziegel. Seit 2012 ist zudem der europäische Flugverkehr miteinbezogen.

EU-Emissionshandel an einem Beispiel erklärt:

Ein Unternehmen, dessen Anlage unter das ETS fällt, erhält zu Beginn eines Jahres Emissionszertifikate in begrenztem Umfang von der zuständigen Behörde des Landes zugeteilt, in welchem die Anlage betrieben wird. Übersteigt der tatsächliche Ausstoss die Anzahl der im Unternehmen vorhandenen Zertifikate, so kann das Unternehmen seinen Ausstoss beispielsweise durch den Einbau neuer Technologien verringern oder zusätzliche Zertifikate erwerben. Letztere stammen immer von Reduktionsmassnahmen, die an anderer Stelle (durch andere Unternehmen) durchgeführt wurden. Da Treibhausgase wie etwa CO2 grossräumig wirken, spielt es grundsätzlich keine Rolle wo sie reduziert werden; wichtig ist nur, dass sie reduziert werden. Das ganze System ermöglicht also ein ökologisch wirksames Handeln bei höchstmöglicher ökonomischer Effizienz.

Kommt ein Unternehmen seiner Pflicht zur Abgabe der erforderlichen Berechtigungen nicht nach, so wird eine Sanktion von €100,00/Tonne verhängt; zudem müssen die fehlenden Berechtigungen nachgereicht werden.
 
 
Emissionshandel
 
Die Abbildung zeigt anhand eines Beispiels schematisch den Ablauf des Emissionshandels zwischen zwei Unternehmen, die beide zusammen 10% ihres CO2-Ausstosses reduzieren müssen. Für das Unternehmen A liegen die Investitionskosten zur Emissionsreduktion deutlich niedriger als bei Unternehmen B, wodurch es wirtschaftlich attraktiver ist, 20% der Emissionen (=2000 t) zu reduzieren, als zusätzliche Emissionsrechte einzukaufen. Die nicht genutzten Emissionsrechte verkauft Unternehmen A an Unternehmen B, welches selbst keine eigenen Emissionsreduktionen umgesetzt hat. Zusammen haben sie das Klimaschutzziel von 10% erreicht.
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